Historie

Seit über 100 Jahren prägt die Innung Sanitär Heizung Klima Köln die Entwicklung des Handwerks in der Region. Vom Zusammenschluss engagierter Installateure im Jahr 1905 bis zum modernen KompetenzZentrum von heute reicht eine bewegte Geschichte – geprägt von Zusammenhalt, Ausbildung und stetigem Fortschritt.

2025: 120 Jahre Innung SHK Köln

Ende 2023 übernahm übergangsweise Obermeister Marc Schmitz die kommissarische Geschäftsführung, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen.

Seit Anfang 2024 liegt die Leitung der Geschäftsstelle in den Händen von Andreas Bäcker. Herr Bäcker war zuvor Leiter der Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Innung SHK Köln. Vor seinem Antritt als Geschäftsführer in unserer Innung war er 2,5 Jahre Geschäftsführer bei der Elektroinnung Köln. Mit großem Engagement und klarer Zukunftsorientierung bringt er sich nun in die Weiterentwicklung unserer Innung

Ein besonderer Fokus seiner Arbeit liegt auf der digitalen Transformation: Ziel ist es, Prozesse zu modernisieren, den Service für Mitglieder zu verbessern und die Innung zukunftssicher aufzustellen.

Andreas Bäcker, Geschäftsführer, seit 2024 bis heute

Die Corona-Pandemie stellte die Innung und ihren Ausbildungsbetrieb vor große Herausforderungen. Der Präsenzunterricht musste zeitweise ausgesetzt werden, alternative Lösungen waren gefragt. Unter der Leitung des Vorstands und mit organisatorischer Umsetzung durch die Ausbilder wurde der Unterricht in digitaler Form weitergeführt, um die Ausbildung der Lehrlinge aufrechtzuerhalten.

Diese Phase war geprägt von Improvisation, technischer Umstellung und enger Abstimmung zwischen Vorstand, Verwaltung, Lehrkräften und Betrieben. Die Umstellung auf Online-Unterricht konnte so innerhalb kurzer Zeit realisiert werden – ein Schritt, der für die Innung wie für viele Bildungseinrichtungen damals Neuland war.

Seit 2018 steht Marc Schmitz als Obermeister an der Spitze der Innung SHK Köln. Mit großem Engagement, frischen Ideen und spürbarer Tatkraft setzt er neue Impulse und treibt die Weiterentwicklung der Innung aktiv voran.

Unter seiner Leitung gewinnt die Innungsarbeit an Sichtbarkeit, Strukturen werden modernisiert und neue Angebote für Mitglieder und Auszubildende geschaffen.

Auch in Ausnahmesituationen zeigt sich seine Handlungsbereitschaft: So unterstützte die Innung unter seiner Führung aktiv die Hilfsmaßnahmen nach der Flutkatastrophe im Ahrtal – ein Zeichen gelebter Solidarität und handwerklicher Verantwortung.

Marc Schmitz verkörpert damit eine zukunftsorientierte Führung, die das Handwerk stärkt und die Innung als verlässlichen Partner in der Region positioniert.

Marc Schmitz, Obermeister, seit 2018 bis heute

Von 2017 bis 2018 stand Herbert Schumacher der Innung SHK Köln als Obermeister vor. Mit viel Engagement und fachlicher Kompetenz übernahm er das Amt.

Leider musste er sein Ehrenamt aus gesundheitlichen Gründen bereits 2018 wieder niederlegen. Trotz der kurzen Amtszeit bleibt sein Einsatz in Erinnerung – als Zeichen für die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und die Interessen des Handwerks aktiv mitzugestalten.

Herbert Schumacher, Obermeister von 2017 bis 2018

Im Jahr 2011 übernahm Obermeister Werner Hirschler übergangsweise die Geschäftsführung der SHK-Innung Köln. Mit der Bestellung von Jörg Wermes zum Geschäftsführer im Jahr 2012 wurde die Leitung der Verwaltung wieder dauerhaft besetzt.

Bis Ende 2023 begleitete Jörg Wermes die Innung gemeinsam mit dem Vorstand unter Obermeister Michael Pohl (bis 2017) und Marc Schmitz.

Mit großem Engagement und fachlicher Kompetenz macht sich Michael Pohl über viele Jahre hinweg für das Handwerk in Köln stark. Als Installateur- und Heizungsbauer-meister führt er nicht nur erfolgreich die traditionsreiche Firma Josef Pohl, sondern prägt auch das Handwerk weit über seinen Betrieb hinaus. In seiner Funktion als stellvertretender Kreishandwerksmeister, Vorsitzender des Bauausschusses und stellvertretender Vorsitzender der Meisterstiftung e.V. bringt er sich mit Weitsicht und Tatkraft in die Weiterentwicklung der regionalen Handwerkslandschaft ein.

rechts Michael Pohl, Obermeister von 2011 bis 2017

Dr.-Ing. Ludwig Winkel, Geschäftsführer von 2004 bis 2011

Der neue Beruf wird seit 2003 unter folgender Bezeichnung ausgebildet:

„Anlagenmechaniker*in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.”

Die Innung SHK Köln wurde im Jahr 2000 offiziell zum KompetenzZentrum für Gebäude und Energietechnik ernannt.

In diesem Rahmen wurde das Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebot deutlich ausgebaut.

Im Mai 1999 wählte die Mitgliederversammlung einen neuen Innungsvorstand. Das Amt des Obermeisters wurde Werner Hirschler übertragen. Ein Schritt, der den Aufbruch in eine neue Ära einleitete. Gemeinsam mit dem neu gewählten Vorstand und der Geschäftsführung nutzte er die Möglichkeiten des neuen Gebäudes, um die Innung technisch und wirtschaftlich konsequent weiterzuentwickeln.

Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Ausbau des Dienstleistungsbereichs: Ein breit gefächertes Angebot an Fort- und Weiterbildungskursen entstand – praxisnah, aktuell und zukunftsorientiert. Neben modernster Technik standen dabei auch betriebswirtschaftliche und rechtliche Themen im Mittelpunkt, um die Mitgliedsbetriebe bestmöglich auf die Herausforderungen des Marktes vorzubereiten.

Werner Hirschler, Obermeister von 1999 bis 2011 und kommissarischer Geschäftsführer von 2011 bis 2012 seit 2011 Ehrenobermeister

Im Jahr 1998 wurden die Berufe „Gas- und Wasserinstallateur“ sowie „Zentralheizungs- und Lüftungsbauer“ zusammengelegt.

Dies führte zu grundlegend überarbeiteten Ausbildungs- und Meisterprüfungsverordnungen.

Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf etwa 13 Millionen DM, an denen sich Bund und Land mit zwei Dritteln beteiligten. Das 1998 fertiggestellte Berufsbildungszentrum wurde mit modernster Technologie ausgestattet.

Anlässlich der Schlusssteinlegung am 19. August 1997 lobte der damalige NRW-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement die Risikobereitschaft unserer Innung und sagte für das vorbildliche Projekt zum Ausbau moderner Technologien im Innungs-gebäude einen weiteren Zuschuss in Höhe von 700.000 DM zu. Als Dank für seine großzügige finanzielle Unterstützung wurde Wolfgang Clement zum Ehrenmeister unserer Innung ernannt.

Der Wandel in den 90er Jahren

Um den langfristigen Fortbestand der Innung zu sichern, war ein Wandel hin zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen notwendig. Bereits in den 1990er-Jahren war die Zahl der Lehrlinge – auch durch die Verpflichtung, die Auszubildenden der Innungen Rhein-Erft und Oberbergischer Kreis mitzuschulen – auf 1.200 angestiegen. Damit waren die bestehenden Ausbildungsstätten erneut überlastet. Räumlich und technisch stießen sie an ihre Grenzen, sodass neue Strukturen unerlässlich wurden, um den steigenden Anforderungen an Ausbildung und Weiterbildung gerecht zu werden.

Bis 1982 stieg die Zahl der Auszubildenden auf beeindruckende 625 – und das bei annähernd gleichbleibender Mitgliederzahl. Damit war klar: Die 1973 bezogene Ausbildungsstätte in Köln-Zollstock stieß längst an ihre Grenzen.

1982 bis 1984: Anmietung der ehemaligen Grundschule am Irisweg in Köln-Porz. Hiermit konnte die Ausbildungsarbeit deutlich ausgeweitet werden. Neben der Fachschule in Zollstock entstand so eine zweite Werkstatt mit integriertem Unterrichtsraum.

1984 wurde die Grundschule Irisweg wieder als Schule gebraucht, daher wurden weitere Unterrichtsräume sowie ein moderner Laborraum in der damaligen Volksschule Holweide Johann-Bensberg-Str. angemietet.

Mit seiner höflichen, charmanten und stets motivierenden Art war Herr Lützenkirchen für viele ein geschätzter Ansprechpartner innerhalb der Innung SHk Köln. Sein Auftreten war geprägt von Respekt, Zugewandtheit und einem offenen Ohr für die Anliegen anderer. Er pflegte den Austausch auf Augenhöhe – ganz gleich, ob mit Auszubildenden, Mitgliedsbetrieben oder Kolleginnen und Kollegen.

Besonders prägend war sein Einsatz für den Neubau des Innungsgebäudes in Köln-Kalk, den er mit großem Engagement vorantrieb. Diese zukunftsweisende Entscheidung stärkte nicht nur die räumliche Infrastruktur, sondern auch die Position der Innung als moderner Bildungs- und Dienstleistungsstandort.

Für seine Verdienste wurde Herr Lützenkirchen zum dritten Ehrenobermeister der Innung SHK Köln ernannt – eine Auszeichnung, die sein langjähriges Wirken und seinen Einsatz für das Handwerk würdigt.

Rolf Lützenkirchen – Obermeister von 1981 bis 1999 3. Ehrenobermeister

Diese wegweisenden Meilensteine unserer Innung – vom Aufbau des Berufsbildungszentrums über die Etablierung vielfältiger Fort- und Weiterbildungsangebote bis hin zur Entwicklung zum KompetenzZentrum – wurden maßgeblich von unserem Geschäftsführer, Herrn Wolf-Rainer Caesar, initiiert und mit großem Erfolg realisiert.

Ass. jur. Wolf-Rainer Caesar, Geschäftsführer von 1979 bis 2004. Nach 25 Jahren engagierter und verdienter Tätigkeit für die Innung trat er zum 31. Oktober 2004 in den wohlverdienten Ruhestand.

Nach einem spürbaren Rückgang der Lehrlingszahlen seit Ende der 1960er-Jahre brachten die 1970er-Jahre endlich eine positive Entwicklung: Immer mehr junge Menschen aus den geburtenstarken Jahrgängen entschieden sich für eine handwerkliche Ausbildung – ein erfreulicher Aufschwung für unsere Innung.

Ein weiterer bedeutender Schritt folgte 1975 mit der Eingemeindung der Stadt Porz. Damit erweiterten sich nicht nur die Zuständigkeiten, sondern auch die Chancen: Die Innung konnte zahlreiche neue Lehrlinge aufnehmen und ihre Ausbildungsarbeit auf eine noch breitere Basis stellen.

Die Innungsgeschäftsstelle war zunächst in einem eigenen Haus untergebracht. Dieses Gebäude wurde bereits 1971 für 340.000 DM verkauft. Das war das Dreifache des ursprünglichen Kaufpreises! Der Erlös bildete die finanzielle Grundlage für den Bau eines neuen Innungshauses in Köln-Zollstock, Am Vorgebirgstor. Der Neubau kostete rund 1,2 Millionen DM und bot eine moderne Ausbildungswerkstatt.

Anfang 1973 zog die Innungsgeschäftsstelle in das neue Gebäude. Es umfasste im Erdgeschoss Büroräume für die Geschäftsstelle und eine überbetriebliche Werkstatt. In den beiden oberen Etagen wurden sechs Wohnungen eingerichtet.

Zum ersten Mal war damit eine große Ausbildungswerkstatt direkt an die Geschäftsstelle angeschlossen. Dort wurden jährlich etwa 40 überbetriebliche Lehrgänge für Auszubildende angeboten. Außerdem diente das Ausbildungszentrum auch der Fort- und Weiterbildung von Gesellen und Meistern.

Einführung Eckring

Der Zentralverband führte 1973 den Eckring als rechtlich geschütztes Zeichen der SHK-Organisationen ein. Er steht für Qualität, Fachkompetenz und Zuverlässigkeit!

Mit seiner charakteristischen Farbgebung in Blau, Rot und Gelb symbolisiert er die zentralen Arbeitsbereiche Wasser, Wärme und Luft.

Nur Innungsfachbetriebe dürfen dieses Zeichen führen. Es macht sie für Kunden auf den ersten Blick als vertrauenswürdige Partner erkennbar.

Über Jahrzehnte hinweg hat sich der Eckring als Markensymbol mit hoher Wiedererkennung etabliert. Der Eckring steht für die Sichtbarkeit des Handwerks und für den Zusammenhalt innerhalb der Branche.

Durch die Handwerksnovelle von 1965, die unter anderem die Meisterpflicht ausweitete, Handwerksberufe klar voneinander abgrenzte und das Handwerksrecht modernisierte, änderten sich die rechtlichen Rahmenbedingungen. In diesem Zuge wurde auch die Bezeichnung des Berufes angepasst. Durch Beschluss der Mitgliederversammlung vom 4. Juni 1969 erfolgte dann die Namensumwandlung:

Von “Klempner-,lnstallateur-, Heizungsbauer-, und Kupferschmiede lnnung Köln-Stadt”

Zu: “lnnung für Sanitär- und Heizungstechnik Köln-Stadt”

Nachfolger des Geschaftsführers Hermann Klatt, der schon einen Monat nach Ausscheiden aus seinem Amt verstarb, wurde Georg Peters. Er unterstützte Heinz Schmalen bei der Umsetzung seiner ldeen in vorbildlicher Weise. Obermeister Schmalen hatte schon früh erkannt, dass unsere Handwerker nur dann langfristig am Markt bestehen können, wenn sie erstklassige Handwerksarbeit leisten. Daher richtete er sein Hauptaugenmerk auf die Ausbildung von qualifizierten Nachwuchskräften, was einen sichtbaren Ausdruck in der Entstehung des modernen Ausbildungszentrums in Köln Zollstock fand.

Georg Peters – Geschäftsführer von 1966 bis 1979

Auf Heinz Schmalens Betreiben hin konnte 1964 das neben der lnnungsgeschäftsstelle am Hildeboldtplatz gelegene Haus gekauft werden. In diesem Haus war bis 1972 unsere lnnungsgeschäftsstelle untergebracht.

Im Keller befand sich eine Nachtbar, im Erdgeschoss eine Schlafstelle für Taxifahrer. Im 1. Obergeschoss die Innungsgeschäftsstelle mit 3 Zimmern sowie im 2. Obergeschoss Freizeiträumlichkeiten im horizontalen Gewerbe.

Die Zeit von 1962-1981 war geprägt durch Heinz Schmalen als Obermeister, dem späteren Präsidenten (1971-1987) und Ehrenpräsidenten des Zentralverbands SHK. Die lnnung entwickelte sich in dieser Zeit zu einer Organisation, die nochmal deutlich an Einfluss gewann und ihren Aufgabenbereich erheblich ausweitete, auch weil Heinz Schmalen die Vermögensverhältnisse der lnnung festigen konnte.

Als Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer zu Köln setzte er mit seinem Weitblick erfolgreich durch, dass am Butzweilerhof keine Werkstätten für unsere Gewerke errichtet wurden. Damit sicherte er nicht nur die Wirtschaftlichkeit des geplanten Ausbildungszentrums in Zollstock, sondern bei seinem damaligen Blick in die Zukunft – auch die Existenz des späteren (1998) Berufsbildungszentrums in Köln-Kalk, das wahrscheinlich ohne diese Vereinbarung gar nicht entstanden wäre.

Heinz Schmalen – Obermeister von 1962-1981

Nach Hans Berrenrath folgte 1958 Franz Rossmar als Obermeister, der sein Amt allerdings aus gesundheitlichen Gründen nur vier Jahre bis 1962 ausüben konnte. Unter Obermeister Franz Rossmar wurden die von Hans Berrenrath bewältigten Aufbauarbeiten der Nachkriegszeit gefestigt und noch weiter ausgebaut.

Neuer Glanz und Wohlstand in Köln

Dass die Stadt Köln heute wieder in diesem Glanz und Wohlstand dasteht, ist auch der Verdienst des Kölner Handwerks – und nicht zuletzt unserer Installateur-, Heizungsbauer-, Klempner- und Kupferschmiede Innung, die als Repräsentant all der Handwerker aufzufassen ist, die sich in dieser Innung zusammengeschlossen haben.

Die Leistungen der Meisterfrauen soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, welche die Handwerksbetriebe weiterführten, als ihre Männer als Angehörige der Wehrmacht in ganz Europa dienen mussten. Auch das Aufräumen danach oblag überwiegend diesen Frauen, da viele Männer häufig nach Ende des Krieges nicht zurückkamen, da sie in Gefangenschaft gerieten oder gefallen waren.

links: Franz Rossmar –
Obermeister von 1958 bis 1961

rechts: “Deshalb steht auch heute noch die Bezeichnung ”Trümmerfrauen” für die schier übermenschlichen Leistungen dieser Frauen.”

In die Zeit von Hans Berrenrath fällt der Umzug der lnnungsgeschäftsstelle von der Maastrichter Str. zum Hildeboldplatz. Dort konnte die lnnung Räume anmieten, in denen ein geordneter Betrieb zwischen Geschäftsstelle und lnnungsmitgliedern möglich wurde.

Mit der Verabschiedung der Handwerksordnung durch den Bundestag 1953 und der Bestätigung des Bundes-verfassungsgerichts, dass der große Befähigungsnachweis mit dem Grundgesetz vereinbar ist, wurde nicht nur die Existenz des Handwerks gesichert sondern auch die Voraussetzung für eine zukunftsorientierte Berufs-ausbildung und die qualitativ hochwertige Ausführung der anstehenden Bauaufgaben gesetzt.

Erst im Jahr 1950 wurde das Zentralheizungsbauerhandwerk als Vollhandwerk anerkannt, weshalb es auch erst spät im Namen der Innung aufgenommen wurde. Obwohl die Entwicklung der Heizungsarten – von der prähistorischen Feuerstelle über die römische Hypokaustenheizung bis zur Warmwasser-heizung im frühen 20. Jahrhundert – eine lange Geschichte hat, ist der Beruf des Zentralheizungsbauers dennoch ein vergleichsweise junger Handwerkszweig.

Mit der Währungsreform am 20. Juni 1948 kehrten nach und nach geordnete Verhältnisse ein – die Zeit der „Gummimark“ war vorbei, und auch die Hungerjahre, die vor allem die Großstädte seit Kriegsende geprägt hatten, gehörten der Vergangenheit an. Die Läden füllten sich wieder mit Waren, und auch in der Innung kehrte Normalität ein: Die Geschäftsstelle und der Vorstand, zuvor noch mit der Verteilung knapper Materialkontingente befasst, konnten ihre Aufgaben wieder regulär wahrnehmen.

Damals war die Geschäftsstelle noch im Büro des Obermeisters Hans Berrenrath in der Maastrichter Straße untergebracht. Finanziell war die Innung inzwischen so gut aufgestellt, dass sie sich 1948 mit der Anstellung von Hermann Klatt erstmals einen hauptamtlichen Geschäftsführer leisten konnte – ein Schritt, der die organisatorische Unabhängigkeit von der Kreishandwerkerschaft begründete und bis heute bewahrt wurde.

Nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus und dem Ende des zweiten Weltkrieges fanden die Amerikaner bei ihrer Besetzung des linksrheinischen Kölns, nach 262 Bombenangriffen, im März 1945 eine zerstörte Stadt vor.

Die Stunde Null erlebten in Köln nur noch 40.000 von ehemals 772.000 Menschen vor Kriegsbeginn. Die Zerstörung der Stadt war immens, circa 75 % der Wohnungen waren vernichtet.

Die Kräfte des Handwerks und aller Bürger wurden zunächst von Prof. Dr. Ing. Pirlett, dem ,,Schuttpatron“ von Köln, zum Aufräumen der Straßen mobilisiert, damit diese überhaupt passierbar wurden. Unter anderem war die Wasserversorgung zusammengebrochen und die Gasversorgung musste wegen der zahlreichen Lecks zunächst vollkommen eingestellt werden.

Mit großer Improvisationskunst und unter Nutzung von Trümmer-material, sorgten alle Handwerker dafür, dass die zerstörte städtische Infrastruktur notdürftig wiederhergestellt und die Bevölkerung versorgt wurde.

Neuer Obermeister Hans Berrenrath

Auch das lnnungsleben wurde sehr schnell wiederbelebt: Auf Initiative von Hans Berrenrath versammelten sich die lnstallateure, Klempner, Heizungsbauer und Kupferschmiede in dem noch einigermaßen intakten Saal des Kolpinghauses, um gemeinsam nach demokratischen Regeln einen neuen Vorstand zu wählen. Hans Berrenrath wurde 1945 zum Obermeister der damaligen Innung gewählt.

Zu seinem Lebenswerk gehörte, dass er die zahlreichen und wichtigen Aufgaben des Handwerks in der Nachkriegs- und Wiederaufbauzeit erfolgreich meisterte. Er knüpfte wichtige Kontakte zu Ämtern, Dienststellen und Großhandel. Das Ausbildungswesen für Lehrlinge und die Fortbildung der Meister wurden ins Leben gerufen, um die Ausbildung und die Prüfung des Meisternachwuchses gezielt zu fördern.

Hans Berrenrath – Obermeister von 1945 bis 1958

Unter der Zwangsbewirtschaftung der Nationalsozialisten gab es keinen freien Zugang zum Markt, stattdessen dominierte der Schwarzmarkt und der Tauschhandel.

Die Innung übernahm die Verteilung knapper Güter wie Lötbenzin oder Stearin. Die Arbeit der Bauhandwerke stand seit Kriegsbeginn völlig unter dem Zeichen des drohenden Luftkriegs, weshalb ab 1939 alle privaten Baustellen durch ein allgemeines Verbot der Nationalsozialisten stillgelegt wurden.

Nachdem Köln in der Nacht zum 31. Mai 1942 als erste deutsche Stadt einen Luftangriff erlebte, bei dem ca. 13.000 Häuser in Köln schwere Schäden erlitten und über 45.000 Menschen obdachlos wurden, gründete das Kölner Handwerk Arbeitsgemeinschaften zur Beseitigung der Fliegerschäden, die jedoch nach der Verschärfung des alliierten Luftangriffs 1943 nicht mehr zu bewältigen waren.

Neuer Obermeister der Pflichtinnung wurde Peter Thelen, der die lnnung mit viel Geschick durch die schwierige Zeit des Nationalsozialismus bis zum Kriegsende führte.

1935 wurde im Rahmen der nationalsozialistischen Handwerksgesetzgebung der große Befähigungs-nachweis eingeführt, der die Meisterprüfung zur Pflicht für die selbstständige Ausübung eines Handwerks machte.

Da dieser Nachweis zuvor über ein Jahrhundert lang nicht notwendig gewesen war, mussten rund ein Drittel der selbstständigen Handwerker ihn bis 1939 nachträglich ablegen.

Peter Thelen – Obermeister von 1934 bis 1945.
Unter Obermeister Hans Berrenrath wurde Peter Thelen am 04.03.1952 unter dem Beifall aller anwesenden Kollegen zum ersten Ehrenobermeister unserer lnnung ernannt.

1934 wurde die Pflichtinnung durch ein neues Handwerksgesetz der Nationalsozialisten vorgeschrieben. Eine echte Notwendigkeit dafür bestand jedoch nicht mehr, da das Ansehen der Innungen bereits gestiegen war und nur noch wenige Handwerksbetriebe außerhalb organisiert waren.

Der ,,Kölner Verein der lnstallateure“ wurde in die ,,Klempner-, lnstallateur- und Kupferschmiede- lnnung“ umbenannt, die später um das Heizungsbauer-Handwerk erweitert wurde.

Es wurden viele Handwerksbetriebe wegen angeblicher „Lebensunfähigkeit“ geschlossen und Arbeitskräfte in die Rüstungsindustrie überführt. Gleichzeitig litt das Handwerk unter Materialmangel, da die Wirtschaft auf Rüstungsproduktion umgestellt wurde und auf Ersatzstoffe zurückgegriffen werden musste.

Jedoch brach dieser Wohlstand mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 zusammen. Als die Inflation 1923 schwindelerregende Höhen erreichte, waren viele Kölner Handwerker mit ihrer Kalkulation überfordert. Viele Handwerksmeister haben ihre Warenvorräte und Arbeitskraft verschenkt, da sie ihre Preise nicht der rasanten Geldentwertung anpassen konnten und wurden so in den Ruin getrieben.

Unsere lnnung schaffte Abhilfe, indem sie ihren Mitgliedern Preislisten vorlegte, aus denen sie ihre Preise anhand eines Multiplikators, der zuletzt täglich bekannt gegeben werden musste, selbst errechnen konnten.

Das Handwerk befand sich in einer Phase des Umbruchs und neue Organisationsformen mussten erst erprobt werden. Mit dem Aufkommen der Gewerbefreiheit im 19. Jahrhundert wurden die alten Zunftstrukturen aufgelöst.

Das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Interessenvertretung und fachlichem Austausch blieb. Durch die Initiative von Peter Welter kam es 1905 zu einem erneuten Zusammenschluss: “Verein Kölner Installateure”. Er übernahm viele Aufgaben der Zünfte und passte diese der modernen Zeit an.

Lange Zeit war unklar, ob das Gründungs- jahr unserer Handwerksinnung 1886 oder 1905 war.

Nach sorgfältiger Prüfung durch einen Ausschuss im Jahr 1953 wurde 1905 als offizielles Gründungsjahr festgelegt. Die frühere Organisation von 1886 war wenig erfolgreich und schadete eher dem Berufsstand.

Das Handwerk in Köln blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Schon im Mittelalter organisierten sich Handwerker in sogenannten Zünften. Feste Zusammenschlüsse, die die Qualität der Arbeit, Ausbildung, Preise und das soziale Miteinander innerhalb des Berufsstandes bestimmten. Diese Zünfte prägten das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Stadt über viele Jahrhunderte hinweg. Nur wer Mitglied in einer Zunft war, durfte ein bestimmtes Handwerk ausüben.

Die Ursprünge der Innung reichen bis ins Jahr 1886 zurück, als eine Klempner, Kupferschmiede, Gürtler, Gas- und Wasserleitungs- Installateur Innung gegründet wurde. Diese erste Gründung war jedoch nicht von Dauer und spaltete sich später auf. Die Herausforderungen bei der ersten Gründung könnten vielfältig gewesen sein.